Wann sich ein Firmenwagen wirklich lohnt

Wenn ein Unternehmen seinen Mitarbeitern einen Firmenwagen stellt, interessiert sich auch das Finanzamt dafür: Denn der geldwerte Vorteil muss versteuert werden. Trotzdem fährt man mit einem Dienstauto meist nicht schlecht.

 

Immer noch gilt er eher als Statussymbol denn als Arbeitsgerät - der Firmenwagen. Tausende Arbeitnehmer fahren täglich damit durchs Land. Nicht nur dienstlich, sondern oft auch privat. Denn diese Nutzung des Dienstautos rentiert sich mehr als ein Privatwagen. Schließlich zahlt der Arbeitgeber häufig die laufenden Kosten. Vom Kauf über Benzin bis zur Reparatur, von Parkgebühren bis Garagenmiete, TÜV und Kfz-Steuer. Die private Nutzung rechnet das Finanzamt jedoch als geldwerten Vorteil an und kassiert Einkommensteuer. Das kann teuer werden.

Grundsätzlich veranschlagt der Fiskus monatlich ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil. Beträgt der Listenpreis 30.000 Euro, hat der Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil von 300 Euro. Das macht 3600 Euro pro Jahr, die zum Einkommen zählen und versteuert werden müssen.

Wer die pauschale Ein-Prozent-Regelung umkurven will, um eventuell günstiger wegzukommen, sollte ein Fahrtenbuch führen, rät Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) in Berlin. Je mehr Dienstfahrten, desto eher lohnt ein Fahrtenbuch; je mehr Privatnutzung, desto eher die Ein-Prozent-Variante. Diese seit Jahren angewandte Pauschalberechnung stand beim Bundesfinanzhof (BFH) auf dem Prüfstand (Urteil: vom 13.12.2012 AZ. VI 51/11)

Bei der Ein-Prozent-Regelung bewertet das Finanzamt zusätzlich Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte als geldwerten Vorteil. Für die Berechnung gibt es zwei unterschiedliche Methoden. Methode eins ist allgemein üblich: die 0,03-Prozent-Regel. "Pro Entfernungskilometer und Monat werden 0,03 Prozent der Anschaffungskosten veranschlagt und vom Arbeitgeber dem Bruttolohn hinzugerechnet", erläutert Anita Käding vom Bund der Steuerzahler. Bei einer Fahrt von 20 Kilometern und einem Kaufpreis von 30.000 Euro kämen zu den 300 Euro monatlich 180 Euro dazu. Sie sind zu versteuern. Andererseits kann der Arbeitnehmer die Pendlerpauschale als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen.

Mit Methode zwei fahren Wenigfahrer eventuell besser: Sie können den geldwerten Vorteil nicht mehr wie grundsätzlich mit 0,03 Prozent ansetzen, sondern mit nur 0,002 Prozent (BFH, Az.: VI R 57/09). Voraussetzung ist, dass sie im Schnitt an weniger als 15 Tagen pro Monat oder maximal 180 Tagen im Jahr mit dem Firmenwagen von zu Hause zum Job pendeln. Es zählen die tatsächlichen Fahrten. Sie müssen durch schriftliche Aufzeichnungen einzeln nachgewiesen werden. Der Wechsel von einer zur anderen Methode ist möglich.

Quelle siehe: Süddeutsche Zeitung


Zurück zur Übersicht